Betreutes Einzelwohnen (BEW)

1. Was ist BEW?
Die Hilfeform des “Betreuten Einzelwohnens” soll jungen Menschen Fähigkeiten und Kenntnisse vermitteln helfen, die sie befähigen, in einem begrenzten Zeitraum zu einer selbstbestimmten und eigenständigen Lebensweise zu gelangen.
Es sollen die Grundlagen und Voraussetzungen durch Unterstützung geschaffen werden, die es den jungen Menschen ermöglichen, ihr Leben wirtschaftlich unabhängig und entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten weltanschaulich nach ihrem Lebenskonzept zu führen.

2. Für wen ist BEW?
Für das „Betreute Einzelwohnen“ eignen sich junge Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren. Ins-besondere ist das Angebot vorgesehen für junge Menschen, die in einer eigenen Wohnung oder nicht betreuten Wohngemeinschaft leben können und wollen, die nach der Unterbringung im Heim, im Strafvollzug oder in der Psychiatrie einer Betreuung bedürfen, die eine seelische Behinderung haben oder von einer solchen bedroht sind, Suchtkranke sowie Obdachlose, die noch einen sozialpädagogischen Bedarf haben.

3. Was bietet BEW?
Lebenspraktische Hilfen, z.B. bei Wohnungssuche und Ausstattung, Strukturierung des Alltags, sinnvollem Umgang mit Geld, Schriftverkehr mit Behörden.
Praktische Hilfestellung im Umgang mit Eltern, Freunden, Nachbarn, Vermietern und anderen so-zialen Rollenträgern, Anregung zu altersgemäßem, sinnvollem Freizeitverhalten.
Hilfe bei der Bewältigung von Schulproblemen oder in der beruflichen Entwicklung
Unterstützung bei der Entwicklung und Erhaltung der körperlichen und seelischen Gesundheit und in allen Krisensituationen.

4. Wie arbeitet BEW?
Grundlage für die pädagogische Arbeit mit den jungen Menschen ist das Bezugsbetreuersystem.
Die Ziele stehen im Zusammenhang mit den vorgenannten Hilfeangeboten. Das Grundmuster des pädagogischen Vorgehens wird durch folgende Indikatoren sichtbar:

Begleitung als Leitlinie der Zusammenarbeit:
Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Suche nach Lösungen für anstehende Probleme und die Un-terstützung beim Aufbau sozialer Netzwerke sowie die Vermittlung von Hilfen und die Stärkung der sozialen Kompetenzen zur Nutzung der Ressourcen.

Beziehung als Impulsgeber:
Die durch die Betreuung entstehende Beziehung hat vor allem die Funktion, die Maßnahmeabbrüche zu vermeiden und in Krisen einen direkten Ansprechpartner zu haben. Darüber hinaus müssen professionelle Distanz und Zugewandtheit ausgewogen eingebracht werden.

Orientierung an der Lebenswelt des jungen Menschen:
Der/die Betreuer/in nimmt Kontakt zu dem sozialen Umfeld des jungen Menschen auf und versucht dort im Laufe der Begleitung ein funktionsfähiges Unterstützungssystem zu aktivieren. Erst der direkte Kontakt im Alltagsleben der Jugendlichen macht eine Analyse der vorhandenen und zu aktivierenden Ressourcen möglich.

Flexible Hilfegestaltung:
Auf der Grundlage der von den jungen Menschen genannten Ziele wird ein Hilfeplan entwickelt, der mit Unterstützung von formellen wie auch informellen Netzwerkpartnern während der Betreuung realisiert werden soll. Die Betreuung ist ein Angebot der Jugendhilfe, das in einem Hilfeplan individuell ausgestaltet werden muss und vom ersten Moment an professionelle Helfer/-innen wie auch Akteur/-innen aus dem sozialen Umfeld in den Gestaltungsprozess mit einbezieht.

Intervention im sozialen Umfeld:
Die Gestaltung eines Unterstützungsnetzwerkes erfordert die Kontaktaufnahme zum sozialen Um-feld des jungen Menschen.

5. Kontakt : Jugendhilfe Süd-Niedersachsen e.V.
Betreutes Einzelwohnen
Gothaer Platz 1
37083 Göttingen
Tel. 0551/999589-34, -36, -37   Fax 0551/999589-60
E-Mail: bew@jugendhilfe-sued-niedersachsen.de

 

 
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